Neues Konzept im Kieler Schifffahrtsmuseum

Kaiserliches Marine-Torpedobeiboot für Kieler Schifffahrtsmuseum

Noch sind die Pforten im Kieler Schifffahrtsmuseum geschlossen. Wegen aufwendiger Renovierungsarbeiten bleiben die Ausstellungshallen in der Fischhalle vorerst noch geschlossen. Doch die Zeit des langen Wartens auf die Wiedereröffnung scheint sich dem Ende zu neigen. Im Frühjahr 2013 sollen sich die Tore im Kieler Schifffahrtsmuseum wieder öffnen. Wenn dies geschieht, wartet auf die Besucher im Schifffahrtsmuseum Kiel ein neuer Höhepunkt: ein Kaiserliches Marine-Torpedobeiboot.

Für rund 12 000 Euro wurde das Kaiserliche Marine-Torpedobeiboot in den vergangenen Monaten restauriert und ist nun im Besitz des Kieler Schifffahrtsmuseum. Zuvor hatte es dem Kieler Schiffsbauer Georg Wawerla gehört, der es dem Kieler Schifffahrtsmuseum übergab.

Das Besondere an diesem Kaiserliche Marine-Torpedobeiboot: Es ist eines der letzten Originale dieser Klasse auf der Welt. Und nicht nur das: Es ist eines der letzten Originalboote der Kaiserlichen Marine überhaupt. Damit hat das Kieler Schifffahrtsmuseum eine echten Schatz bekommen.

Dass diese Rarität nun im Schifffahrtsmuseum Kiel steht, freut nicht nur die Kieler Bürger. Auch für die Touristen, die sich in Zukunft bald wieder das Kieler Schifffahrtsmuseum anschauen werden, ist dieses Kaiserliche Marine-Torpedobeiboot ein echter Hingucker.

Wie im Kieler Schifffahrtsmuseum nachzulesen ist, hatten die Torpedoboote eine herausragende Stellung für die Kaiserliche Marine. Sie galten als neue Wunderwaffe im Seekrieg. Die einfache Erklärung: Sie waren effektiv und konnten in großen Stückzahlen gebaut werden. Allein bis zum Ersten Weltkrieg gab es bereits rund 200 Torpedoboote.

Im Kieler Schifffahrtsmuseum ist ebenfalls zu erfahren, dass die Torpedoboote in Kiel und Wilhelmshaven vor Anker lagen. Das Besondere an den Torpedobooten: Sie waren alle schwarz gestrichen. Die einfache Erklärung dafür: Die Torpedoboote operierten vor allem in der Nacht, um den neu erfundenen schraubengetriebenen Torpedo gegen feindliche Schiffe einzusetzen.

Auf den Torpedobooten waren zudem die Beiboote befestigt – und genau solch ein originales Torpedobeiboot besitzt nun das Kieler Schifffahrtsmuseum. Dieses ist rund vier Meter lang. Seine Hauptaufgabe war früher, Passagiere und wertvolle Munition zu retten.

Über die Bauweise der Torpedobeiboote existieren im Kieler Schifffahrtsmuseum viele Unterlagen. Aus ihnen geht hervor, dass die Torpedobeiboote extrem widerstandsfähig waren. Das zeigt auch das Exemplar, das nun im Kieler Schifffahrtsmuseum steht. Gebaut wurde es in Kiel und war lange Zeit in dänischen Privatbesitz, ehe es der Kieler Bootsbauers Georg Wawerla wieder in seine alte Heimat holte.

Bei der Restaurierung des Bootes fiel besonders der Rumpf auf. „Das Boot besitzt eine doppelte Wandung aus zwei schrägen, gegenläufigen Plankenschichten, die ein witterungsbedingtes Verziehen und Reißen des hölzernen Rumpfes verhindern sollten“, hieß es in einer Pressemitteilung der Stadt Kiel.

Das Torpedobeiboot soll den Fokus im Themenschwerpunkt Kaiserliche Marine und Torpedoboote im Kieler Schifffahrtsmuseum bilden. Im neuen Konzept des Kieler Schifffahrtsmuseum sollen weitere themenspezifische Inseln der maritimen Geschichte geschaffen werden – wie beispielsweise der Segelsport und die Fischerei.

Fazit: Mit dem originalen Torpedobeiboot hat das Kieler Schifffahrtsmuseum eine echte Attraktion an Land gezogen. Mit der neuen Philosophie, dass zu jedem Themenschwerpunkt ein originales Boot ausgestellt werden soll, steuert das Schifffahrtsmuseum Kiel in eine erfolgreiche Zukunft. Das Kieler Schifffahrtsmuseum dadurch den Tourismus in der Landeshauptstadt Kiel weiter ankurbeln. Genau dies braucht Kiel, um im Ringen um Gäste auch in den kommenden Jahren attraktiv zu bleiben.

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